Mediatage Nord 2011
Ganz schön digital
Die digitale Welt ist allgegenwärtig. Moderne HDR-Fotografie und fotorealistische 3D-Modellierungen begegnen uns in Filmen und Werbung und helfen Produktentwicklern Geräte zu gestalten, lange bevor die ersten Prototypen vom Band laufen. Kaum wahrnehmbar ist der Unterschied von realem und computererzeugtem virtuellen Bild. Fotografie und Dokumentarfilm treten in Wechselwirkung und schaffen so neue Erzählformen, die nicht nur in den klassischen Medien ihre Daseinsberechtigung haben, sondern mit ihren ganz eigenen Aussagen auch den Weg in die Ausstellungsräume der Künstler und an die Labortische der Wissenschaftler gefunden haben. Ob weltweite Nachrichten in Echtzeit aus dem Internet, zeitlich unabhängiger Rundfunk oder Kunst, Kommunikationsformen werden verwoben und neue Geräte sind der Schlüssel dazu, auch um eigene Inhalte auf Knopfdruck unverzüglich weltweit zu verbreiten. Soziale Netzwerke bieten nicht nur Unternehmen neue Vermarktungschancen, auch die Medien können davon profitieren. Das schafft neue Betätigungsfelder. Egal ob Rundfunk, Print oder Internet, die Anforderungen an die Medienschaffenden verändern sich. Die Berufsbörse Medien gibt einen Überblick, bietet die Chance, Kontakte zu knüpfen und sorgt mit dafür, dass die neue Generation der Medienschaffenden den beruflichen Anforderungen der Zukunft gewachsen ist.
Wirtschaft
Die digitale Welt bietet auch der Wirtschaft viele Chancen. Durch Smartphone und Tablet-PC gibt es neue Schnittstellen zum Kunden. Statt Geldbörse oder Kreditkarte könnte künftig an der Kasse zum Bezahlen das Handy gezückt werden. Digitale Bezahlsysteme stehen in den Startlöchern, „digitaleWährungen“ wie Bitcoins oder Facebook-Credits sind bereits Realität. Was derzeit vor allem im Internet als Währung genutzt wird, könnte auch die Bezahlsysteme im realen Leben deutlich verändern. Was für Chancen bieten sich dem Handel und den Konsumenten? Mit welchen Risiken müssen sie rechnen? Welche Rolle werden die virtuellen Währungen spielen und wie werden sie das künftige Einkaufen verändern? Fragen, die für den wirtschaftlichen Erfolg ebenso entscheidend sind, wie die Möglichkeiten, die sich durch neue Marketinginstrumente bieten.Wer in Hamburg die Kamera seines Smartphones auf die vor ihm liegenden Häuser richtet, bekommt verblüffende Einblicke: Mittels kleiner Textembleme über den Häusern wird ihm angezeigt, ob und welche Wohnungen frei sind .„Ich sehe was, was du nicht siehst“ heißt ein beliebtes Kinderspiel, das in der Welt der Erwachsenen und des Marketings zunehmend attraktiv wird. Ob Hinweise auf freie Wohnungen, eigeneFilialen oder innovative „Gimmicks“, die Werbeplakate, Anzeigen und Produktverpackungen für Kunden erlebbar machen: Augmentet Reality, also die um virtuelle Elemente erweiterte Realität, eröffnet neue Werbemöglichkeiten und ist nicht nur bei den Marketingstrategen in aller Munde. Dank der rasanten Verbreitung der Smartphones ist sie heute fast von jedermann nutzbar. Für wen lohnt es sich, in solche Kampagnen zu investieren? Welche Einsatzszenarien gibt es noch? Die Mediatage geben einen praktischen Einblick. Smartphones ermöglichen eine fast unüberschaubare Masse an Apps, die für iPhone und Co. zur Verfügung stehen. Vom finanzamtstauglichen Fahrtenbuch bishin zur Fernsteuerung von Betriebsanlagen existieren viele pfiffige Ideen, die den Geschäftsalltag vereinfachen können. Welches Potential sich hinter den mobilen Anwendungen verbirgt, wird an Beispielen gezeigt.
Alle Anwendungen der digitalen Welt basieren auf großen Datenmengen, die schnell übermittelt werden müssen. Wer heute nicht über einen Breitbandanschluss verfügt, ist nahezu ausgesperrt. Das gilt in der Stadt ebenso wie auf dem Land. Viele Versorgungslücken hat die Breitbandinitiative Schleswig-Holstein in fünf Jahren bereits zu schließen geholfen. Auf dem Breitbandforum informiert sie über die Entwicklung künftiger Hochgeschwindigkeitsnetze und stellt auf der Breitbandmesse den Kontakt zu Anbietern her. Förderungsmöglichkeiten für die Realisierung schneller Datenanschlüsse stehen dabei im Vordergrund, denn der flächendeckende Ausbau digitaler Netze ist eine Investition in die Zukunft der modernen Informationsgesellschaft.
Medienkompetenz
Die schöne digitale Welt kann nur beherrschen, wer sich in ihr auskennt. Angesichts der wachsenden Zahl der Angebote und immer wieder neuen Möglichkeiten ihrer Nutzung wird es zunehmend schwieriger, den Überblick zu behalten. Medienkompetenz ist die Schlüsselqualifikation der Nutzer, um einerseits alle sich durch die Digitalisierung bietenden Chancen zu nutzen und andererseits Risiken zu minimieren.Eine besondere Rolle bei der Mediennutzung insbesondere von Kindern und Jugendlichen spielen Computerspiele, die mittlerweile weit mehr sind als der Zeitvertreib Einzelner vor dem PC -Bildschirm. Sie sind – nicht nur als Teil der sozialen Netze – selbst Kommunikationsplattform und damit ein prägenderTeil des ganz realen Lebens. Die Mediatage spannen den Bogen von Programmierern fesselnder Spiele hin zu Pädagogen, die allzu exzessivem Spielen entgegentreten, und beleuchten PC-Spiele unter den Aspekten Wirtschaftsfaktor und Erziehungsherausforderung.
Die einfachen Darstellungs- und Kommunikationsmöglichkeiten in Blogs und sozialen Netzwerken haben aber auch Schattenseiten. Wer sich bei Facebook & Co. allein unter Freunden wähnt, ist auf dem Holzweg, sagen die Datenschützer und diskutieren darüber, ob Datenschutz im globalen Netz überhaupt möglich ist. Weil Kinder und Jugendliche im Internet einer nie da gewesenen Fülle an Werbebotschaften ausgesetzt sind, die sie in immer neuen und subtileren Formen erreichen, thematisieren die Mediatage die Frage, ob Werbung im Internet eine (un)heimliche Verführung darstellt. Und nachdem auch der politische Extremismus das Netz als neues Darstellungs- und Verbreitungsforum für sich entdeckt hat, untersucht die MA HSH , wie man politischen Extremismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen im Internet erkennt und wie man sich vor ihm schützen kann.
Die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern an den Medien und die Vermittlung von Medienkompetenz ist für den Offenen Kanal (OK) gelebte Praxis. 1991 in der analogen Welt gestartet, ist auch der OK längst in der digitalen Welt mit ihren neuen Chancen für die Partizipation an den Medien, aber auch neuen Herausforderungen bei der Medienkompetenzvermittlung, angekommen. 20 Jahre OK in Schleswig-Holstein sind für diesen Anlass, einen Ausblick auf die Zukunft der Bürgermedien zu wagen.





